Pflanzen im Außenbereich bei Hitze gießen: wie, wann und wie viel
Wenn Italien von einer intensiven afrikanischen Hitzewelle mit Spitzenwerten von 35°C heimgesucht wird, vielleicht bereits im Frühling, geraten deine Pflanzen im Außenbereich in einen unerwarteten Wasserstress.
In solchen Situationen kann falsches Gießen mehr Schaden anrichten als die Hitze selbst. Es geht nicht nur darum, Wasser zu geben, sondern es richtig zu tun. Wir führen dich durch die wichtigsten Techniken und erklären dir, wann du gießen solltest (der perfekte Zeitpunkt), wie viel (die ideale Menge) und wie (die beste Technik), um deine Pflanzen zu schützen. Außerdem sehen wir uns die entscheidenden Unterschiede zwischen grünen und blühenden Pflanzen an.
Warum plötzliche Hitze für Pflanzen im Außenbereich gefährlich ist
Plötzliche Hitze ist gefährlich, weil sie die Evapotranspiration erhöht und die Erde schnell austrocknet, sodass die Wurzeln ohne Wasser bleiben, weil kaltes Wasser, das während der heißen Stunden verabreicht wird, einen thermischen Schock der Wurzeln verursacht und weil die auf den Blättern in der Sonne verbliebenen Tropfen wie kleine Linsen wirken und Blattverbrennungen verursachen.
Plötzliche und intensive Hitze ist echter Stress für Pflanzen. Hohe Temperaturen beschleunigen natürliche Prozesse, allerdings auf schädliche Weise.
Die Evapotranspiration nimmt beispielsweise drastisch zu: Die Erde trocknet viel schneller als gewöhnlich aus und lässt die Wurzeln ohne das zum Überleben notwendige Wasser zurück.
Ein weiteres Risiko ist der thermische Schock der Wurzeln. Wenn du in den heißesten Stunden mit zu kaltem Wasser gießt, erleiden die Wurzeln ein Trauma, das für uns einem Hitzeschlag ähnelt. Dadurch wird die Wasseraufnahme blockiert und das Wurzelsystem kann irreversibel geschädigt werden.
Schließlich sind Blattverbrennungen ein häufiges Problem. Wassertropfen, die unter der Sonne auf den Blättern zurückbleiben, wirken wie kleine Lupen, bündeln die Sonnenstrahlen und verbrennen das Pflanzengewebe. Deshalb ist es wichtig zu wissen, wie man Pflanzen wirksam vor Hitze schützt.
Zu welcher Uhrzeit Pflanzen bei Hitze gießen: morgens oder abends?
Bei intensiver Hitze gießt du Freilandpflanzen früh am Morgen zwischen 5:30 und 7:30 Uhr oder spät abends nach Sonnenuntergang zwischen 20:30 und 22:00 Uhr. Niemals während der Mittagsstunden.
Der frühe Morgen ist die bevorzugte Option. Der Boden hat den ganzen Tag Zeit, das Wasser aufzunehmen, und die Pflanzen sind zu den heißesten Stunden bereits gut mit Wasser versorgt. Außerdem trocknet die Feuchtigkeit auf den Blättern mit Sonnenaufgang schnell ab, wodurch das Risiko von Pilzkrankheiten sinkt.
Der späte Abend ist eine hervorragende Alternative für alle, die morgens nicht gießen können. Das Wasser hat während der Nacht Zeit, in den Boden einzudringen. Bei empfindlichen Blühpflanzen wie Rosen oder Hortensien (Hydrangea macrophylla) kann die anhaltende nächtliche Feuchtigkeit jedoch die Entwicklung von Pilzen begünstigen.
Es ist entscheidend, zwischen 10:00 und 19:00 Uhr nicht zu gießen. In diesen Stunden verdunstet das Wasser innerhalb weniger Minuten, die Wurzeln erleiden einen starken Temperaturschock und nasse Blätter sind dem Risiko von Sonnenbrand ausgesetzt.
Wie viel gießen: die Regel der Tiefe, nicht der Häufigkeit
Das Grundprinzip beim Gießen von Pflanzen im Sommer lautet: Besser alle 2-3 Tage reichlich und gründlich gießen als täglich nur oberflächlich. Das Wasser muss die tieferen Wurzeln erreichen und die Pflanze dazu anregen, ein kräftiges Wurzelsystem zu entwickeln.
Ausnahmen von dieser Regel sind Pflanzen in kleinen Töpfen oder stark exponierte Blühpflanzen, die aufgrund der schnellen Verdunstung und ihres hohen Wasserbedarfs täglich Wasser benötigen können.
- Pflanzen im Freiland: Bei intensiver Hitze solltest du alle 2–3 Tage 10–15 Liter pro Quadratmeter einplanen. Ziel ist es, die Erde bis in eine Tiefe von 20-30 cm zu befeuchten.
- Topfpflanzen (Ø 20-30 cm): Etwa 0,5–1 Liter Wasser, täglich, wenn die Temperaturen über 30°C steigen. Kontrolliere stets die Feuchtigkeit des Substrats.
- Große Töpfe (Ø > 40 cm): Sie benötigen 2–3 Liter Wasser, typischerweise alle 2 Tage. Die größere Erdmenge speichert die Feuchtigkeit besser.
Eine zuverlässige Methode, um herauszufinden, wann Außenpflanzen gegossen werden müssen, ist der Fingertest. Stecke deinen Finger 3-4 cm tief in die Erde. Wenn sie trocken ist, ist es Zeit zu gießen. Wenn sie noch feucht ist, warte noch einen Tag.
Richtig gießen: 7 goldene Regeln
Um bei Hitze richtig zu gießen, befeuchte die Erde und nicht die Blätter, verwende Wasser mit Raumtemperatur, gieße langsam in mehreren Durchgängen, leere den Untersetzer, wenn sich nach 20 Minuten noch Wasser darin befindet, besprühe die Pflanzen nur im Morgengrauen oder bei Sonnenuntergang, mulche die Erde und stelle die Töpfe während der heißesten Stunden in den Halbschatten.
Wenn du diese einfachen Regeln befolgst, kannst du das Gießen optimieren und deine Pflanzen auch während Hitzewellen gesund halten.
- Gieße die Erde, nicht die Blätter. Führe die Tülle der Gießkanne oder den Wasserschlauch direkt an das Substrat. Das verhindert Verdunstungsverluste und verringert das Risiko von Pilzkrankheiten.
- Verwende Wasser mit Raumtemperatur. Niemals eiskaltes Wasser direkt aus dem Hahn: Es verursacht einen Temperaturschock an den Wurzeln, der ihre Aktivität hemmen und sie schädigen kann. Fülle die Gießkanne am Vorabend oder verwende einen Behälter in der Sonne, um das Wasser zu temperieren.
- Gieße langsam in mehreren Durchgängen. Ein schneller Regenguss fließt ab, ohne tief einzudringen. Gieße zunächst einmal, warte 2 Minuten, damit das Wasser aufgenommen wird, und gieße dann erneut. So wird eine gleichmäßige und gründliche Verteilung gewährleistet.
- Kontrolliere den Untersetzer. Wenn 20 Minuten nach dem Gießen noch Wasser darin steht, leere ihn aus. Staunässe ist eine der Hauptursachen für Wurzelfäule, besonders bei Topfpflanzen während der Hitze.
- Besprühe die Blätter nur im Morgengrauen oder bei Sonnenuntergang. Diese Methode ist nur bei Pflanzen mit glatten Blättern hilfreich, etwa bei einigen Farnen oder Philodendren, niemals bei Pflanzen mit behaarten Blättern (z. B. Saintpaulia) oder bei Blüten. Sie erhöht die Luftfeuchtigkeit und hilft der Pflanze, die Hitze zu überstehen.
- Mulche den Boden. Eine 3-5 cm dicke Schicht aus Rinde, Stroh, Lavagranulat oder Blähton verringert die Verdunstung des Wassers deutlich und hält den Boden kühler. Das ist eine einfache, aber äußerst wirksame Methode.
- Stelle die Töpfe während der größten Hitze, typischerweise zwischen 12:00 und 17:00 Uhr, an einen halbschattigen Standort. Schon wenige Stunden Schutz vor der prallen Sonne können eine Pflanze vor extremem Stress bewahren.
Grüne Pflanzen vs. Blühpflanzen: zwei unterschiedliche Bedürfnisse
Grüne Freilandpflanzen haben einen mittleren Wasserbedarf und sollten bei Hitze im Freiland alle 2-3 Tage gründlich gegossen werden, während Blühpflanzen viel Wasser verbrauchen, um ihre Blüten zu erhalten, und täglich gegossen werden sollten, in kleinen Töpfen in der Sonne sogar zweimal täglich, immer an der Basis und ohne die Blüten zu benetzen.
Den Unterschied zwischen Grün- und Blühpflanzen zu verstehen, ist entscheidend für das richtige Gießen, insbesondere wenn es darum geht, wie viel man Pflanzen im Sommer gießen sollte. Sie haben unterschiedliche Wasserbedürfnisse und Empfindlichkeiten.
Grüne Freilandpflanzen (Farne, Funkien, Efeu, Buchsbaum, Ficus, Efeutute für draußen)
Grüne Freilandpflanzen wie Farne, Funkien, Efeu (Hedera helix), Buchsbaum (Buxus sempervirens), Ficus oder Efeutute haben einen mittleren Wasserbedarf. Ihre Blätter verdunsten viel Wasser, aber oft entwickeln sie tiefere und widerstandsfähigere Wurzelsysteme.
- Häufigkeit bei Hitze: Im Freiland alle 2-3 Tage. Im Topf alle 1-2 Tage, je nach Größe und Standort.
- Menge: Reichlich; das Wasser sollte das Substrat gründlich durchfeuchten und auch die tiefer liegenden Wurzeln erreichen.
- Tipp: Das Besprühen der Blätter am Morgen kann sehr hilfreich sein. Es erhöht die Luftfeuchtigkeit rund um die Pflanze und ahmt den natürlichen Tau nach, sodass sie die heißesten Stunden besser übersteht.
- Zeichen für Durst: Blätter, die ihren Glanz verlieren, herabhängen oder leicht braune Ränder zeigen.
Blühende Freilandpflanzen (Geranien, Surfinien, Dipladenien, Hortensien, Rosen, Petunien)
Blühende Freilandpflanzen wie Geranien (Pelargonium), Surfinien, Dipladenien (Mandevilla), Hortensien, Rosen oder Petunien haben einen ausgesprochen hohen Wasserbedarf. Die Bildung und Erhaltung der Blüten erfordern viel Energie und folglich viel Wasser, damit die Pflanzen prall bleiben und neue Knospen bilden können.
- Häufigkeit bei Hitze: Sie müssen täglich gegossen werden, bei kleinen Töpfen in direkter Sonne oft sogar zweimal (morgens und abends).
- Menge: Mäßig, aber gleichmäßig. Es ist entscheidend, sie niemals vollständig austrocknen zu lassen.
- Achtung: Blüten niemals nass machen. Wasser auf den Blütenblättern kann die Entwicklung von Grauschimmel verursachen und sie schnell verwelken lassen. Immer nur an der Basis der Pflanze direkt auf die Erde gießen.
- Düngung: Im Sommer empfehlen wir, alle 10–15 Tage mit einem speziellen Flüssigdünger für blühende Pflanzen zu düngen, der reich an Kalium ist, um eine anhaltende Blüte zu unterstützen.
- Zeichen für Durst: Herabhängende Blüten bereits am späten Vormittag, Knospen, die vor dem Öffnen abfallen, oder vergilbte Blätter am unteren Teil der Pflanze.
Besondere Fälle: Bonsais, Sukkulenten, sonnige Terrassen
Bei großer Hitze sollten Bonsais täglich, sogar zweimal täglich, kontrolliert werden, da die geringe Menge Blumenerde im flachen Topf schnell austrocknet; Sukkulenten hingegen werden nur gegossen, wenn das Substrat trocken ist und keine Staunässe besteht; auf sonnigen Terrassen empfiehlt es sich, Schatten zu spenden, die Töpfe vom heißen Boden abzuheben und helle, geräumige Gefäße zu wählen.
Bonsai: wenig Erde, häufige Kontrollen
Der Bonsai lebt in einem niedrigen Topf mit sehr wenig Substrat und kann an den heißesten Tagen innerhalb weniger Stunden von feucht zu trocken wechseln. Kontrolliere die Erde jeden Morgen und bei einem kleinen, exponiert stehenden Topf auch am späten Nachmittag.
- Bis in die Tiefe gießen. Gieße, bis das Wasser aus den Drainagelöchern austritt, und zwar in zwei Durchgängen, damit der gesamte Wurzelballen durchfeuchtet wird.
- Eintauchen, wenn der Wurzelballen trocken ist. Wenn das Substrat hart geworden ist und das Wasser abläuft, tauche den Topf in eine Schüssel, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen, und lasse ihn anschließend abtropfen.
- Während der Mittagsstunden Schatten spenden. Auch robustere Pflanzen für den Außenbereich profitieren am Nachmittag von Schutz: Ein niedriger Topf heizt sich schnell auf und die Wurzeln befinden sich nahe an den Wänden.
- Nicht düngen, wenn die Pflanze gestresst ist. Wenn der Bonsai schlaffe oder verbrannte Blätter hat, setze das Düngen aus, bis er sich erholt.
Mediterrane Arten wie der Mastixstrauch (Pistacia lentiscus) vertragen Hitze besser als andere, benötigen im Topf aber dennoch regelmäßige Wassergaben. Wenn die Pflanze bereits dehydriert ist, findest du die Schritte im Ratgeber So rettest du einen trockenen Bonsai.
Sukkulenten: weniger Wasser, aber zum richtigen Zeitpunkt
Sukkulenten speichern Wasser in ihren Blättern und Stängeln und sollten bei Wärme daher nicht wie andere Pflanzen gegossen werden. Die Regel lautet: Erst gründlich gießen, wenn das Substrat im gesamten Topf trocken ist, und anschließend gut abtropfen lassen.
- Niemals Wasser im Untersetzer stehen lassen. Die Wurzeln von Sukkulenten faulen schnell, wenn sie nass bleiben, besonders wenn die Erde warm ist.
- Befeuchte die Erde, nicht die Rosette. Wasser, das in der Mitte der Rosetten stehen bleibt, kann den Wurzelhals faulen lassen oder in der Sonne Flecken auf den Blättern verursachen.
- Gewöhne die Pflanze schrittweise an volle Sonne. Eine Sukkulente, die im Schatten gehalten und plötzlich in die Sommersonne gestellt wird, kann Sonnenbrand bekommen.
- Erkenne die Anzeichen. Schrumpelige und weiche Blätter deuten auf Durst hin; durchscheinende, dunkle oder am Ansatz matschige Blätter weisen auf zu viel Wasser hin.
Einige Sukkulenten, wie Aeonien (Aeonium), verlangsamen im Hochsommer ihr Wachstum und benötigen in dieser Zeit noch weniger Wasser. Eine Agave im Topf, wie die Agave potatorum, übersteht Trockenheit gut und erfordert nur minimale Pflege.
Sonnige Terrassen: Die Wärme kommt auch vom Boden
Auf einer nach Süden oder Westen ausgerichteten Terrasse erhalten die Pflanzen direktes Sonnenlicht sowie die vom Boden, den Wänden und den Geländern reflektierte Wärme. Der Wind, der in höheren Etagen häufig vorkommt, trocknet Blätter und Erde noch stärker aus.
- Die Töpfe erhöhen. Füße oder Untergestelle trennen den Topf vom glühend heißen Boden und lassen die Luft unter dem Boden zirkulieren.
- Helle und geräumige Töpfe wählen. Dunkle und dünne Behälter heizen sich stark auf; ein größerer Topf enthält mehr Erde und hält die Feuchtigkeit besser.
- In den heißesten Stunden Schatten spenden. Ein Schattiergewebe, eine Markise oder höhere Pflanzen, die als Sichtschutz aufgestellt werden, reduzieren den Stress empfindlicherer Arten.
- Die Töpfe gruppieren. Wenn sie dicht beieinander stehen, spenden sie sich gegenseitig Schatten und die Erde trocknet langsamer aus.
- Auch die Töpfe mulchen. Eine Schicht aus Rinde oder Lavagranulat auf der Oberfläche begrenzt die Verdunstung wie im Freiland.
- Eine Tröpfchenbewässerung in Betracht ziehen. Mit einem bei Sonnenaufgang eingestellten Bewässerungscomputer erhalten die Pflanzen regelmäßig Wasser, auch wenn Sie nicht da sind.
Um Pflanzenarten auszuwählen, die Sonne und Hitze besser vertragen, lesen Sie auch den Ratgeber zu Pflanzen für den Balkon in voller Sonne.
Die häufigsten Fehler, die man bei Hitzewellen vermeiden sollte
Auch die erfahrensten Gärtner können Fehler machen, besonders wenn plötzlich eine Hitzewelle auftritt. Diese falschen Praktiken zu vermeiden, ist genauso wichtig wie richtiges Gießen.
- In den Mittagsstunden gießen. Zwischen 10:00 und 19:00 Uhr verdunstet das Wasser innerhalb weniger Minuten, die Wurzeln erleiden einen Temperaturschock und nasse Blätter riskieren Verbrennungen.
- Eiskaltes Wasser direkt aus dem Wasserhahn verwenden. Der Temperaturschock kann die Aktivität der Wurzeln hemmen und sie schädigen: Besser ist Wasser mit Zimmertemperatur.
- Die Blätter in der Sonne benetzen. Die Tropfen wirken wie kleine Linsen und bündeln die Strahlen auf dem Gewebe, wodurch es Verbrennungen erleidet.
- Jeden Tag wenig Wasser geben. Oberflächliches Gießen erreicht die tiefen Wurzeln nicht: Bei Hitze ist es besser, alle 2-3 Tage gründlich zu gießen, außer bei kleinen Töpfen und stark exponierten Blühpflanzen.
- Gießen, ohne die Erde zu prüfen. Vor dem Gießen sollte man den Fingertest in 3-4 cm Tiefe machen und warten, wenn die Erde noch feucht ist.
- Wasser im Untersetzer stehen lassen. Staunässe, die länger als 20 Minuten bestehen bleibt, ist eine der Hauptursachen für Wurzelfäule bei Topfpflanzen.
- Die Blüten bewässern. Wasser auf den Blütenblättern begünstigt Grauschimmel und lässt die Blüten schneller welken: Nur an der Basis gießen.
- Auf die falsche Weise besprühen. Das Besprühen sollte nur bei Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang und nur bei Pflanzen mit glatten Blättern erfolgen, niemals bei behaarten Blättern oder Blüten.
- Die Erde unbedeckt lassen und die Töpfe in den heißesten Stunden der prallen Sonne aussetzen. Ohne Mulch erwärmt und trocknet die Erde schneller aus; zwischen 12:00 und 17:00 Uhr verringern bereits wenige Stunden Halbschatten den Stress.
Fazit: Kleine Gewohnheiten für glückliche Pflanzen auch bei 35°C
Bei großer Hitze genügen einige konsequente Gewohnheiten: bei Sonnenaufgang oder nach Sonnenuntergang gießen, reichlich und tiefgründig wässern statt täglich wenig Wasser zu geben, Wasser mit Zimmertemperatur auf die Erde und nicht auf die Blätter geben, das Substrat mit dem Fingertest kontrollieren, mulchen und in den heißesten Stunden Halbschatten bieten.
Blühende Pflanzen benötigen etwas mehr Aufmerksamkeit: täglich Wasser, in kleinen Töpfen in der Sonne sogar zweimal, immer am Fuß der Pflanze. Grünpflanzen im Freiland begnügen sich hingegen mit gründlichem Gießen alle 2-3 Tage.
Wichtiger als jede Regel ist die Beobachtung: Blätter, die ihren Glanz verlieren, schon am späten Vormittag herabhängende Blüten oder Knospen, die abfallen, bevor sie sich öffnen, sind Anzeichen für Durst, die du sofort erkennen solltest, bevor der Stress zu Schäden führt.
Häufig gestellte Fragen
Zu welcher Uhrzeit sollte man bei Hitze Freilandpflanzen am besten gießen?
Früh am Morgen zwischen 5:30 und 7:30 Uhr oder spät am Abend zwischen 20:30 und 22:00 Uhr. Der Morgen ist vorzuziehen, weil die Pflanzen die heißesten Stunden bereits hydriert überstehen. Niemals zwischen 10:00 und 19:00 Uhr gießen.
Wie viel Wasser brauchen Topfpflanzen bei Hitze?
Für Töpfe mit einem Durchmesser von 20-30 cm werden etwa 0,5-1 Liter Wasser benötigt, bei Temperaturen über 30°C täglich. Töpfe über 40 cm benötigen 2-3 Liter, normalerweise alle 2 Tage. Kontrolliere stets die Feuchtigkeit des Substrats.
Woher weiß ich, ob es Zeit zum Gießen ist?
Mit dem Fingertest: Stecke deinen Finger 3-4 cm tief in die Erde. Ist sie trocken, ist es Zeit zu gießen; ist sie noch feucht, warte einen weiteren Tag.
Warum sollte man nicht mit kaltem Wasser gießen?
Eiskaltes Wasser direkt aus dem Wasserhahn verursacht einen Temperaturschock an den Wurzeln, der ihre Aktivität hemmen und sie schädigen kann. Fülle die Gießkanne am Vorabend oder lasse das Wasser in einem Behälter in der Sonne stehen, damit es sich temperiert.
Darf man die Blüten blühender Pflanzen nass machen?
Nein: Wasser auf den Blütenblättern kann Grauschimmel verursachen und sie schnell verwelken lassen. Gieße immer nur am Fuß der Pflanze direkt auf die Erde.
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